Ein Perikarderguss
Letzte Woche wurde der Labradorrüde Balu in unser Kleintierzentrum überwiesen. Er litt seit über einem Jahr an einem chronisch rezidivierenden Perikarderguss, wobei sich die Intervalle zwischen den notwendigen Punktionen zuletzt deutlich verkürzt hatten.
Ein Perikarderguss beschreibt eine abnorme Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel, die aufgrund dessen begrenzter Dehnbarkeit zu einer Beeinträchtigung der Herzfüllung und -funktion führen kann. Typische Ursachen sind Tumorerkrankungen oder idiopathische Ergüsse; seltener kommen entzündliche oder immunvermittelte Prozesse vor.
Bei Balu konnte kein solider Tumor nachgewiesen werden.
Aufgrund einer lebensbedrohlichen Tamponade erfolgte zunächst eine Perikardiozentese.
Wegen des wiederholten Auftretens entschieden wir uns anschließend für eine subtotale Perikardektomie. Dabei wird ein Großteil des Herzbeutels unter Schonung wichtiger Gefäße und Nerven entfernt, um eine erneute Flüssigkeitsansammlung zu verhindern und eine histologische Untersuchung zu ermöglichen.
Der Eingriff verlief komplikationslos. Die Histologie ergab keinen Hinweis auf eine Tumorerkrankung, sodass Balu im besten Fall dauerhaft beschwerdefrei bleibt.
Wir wünschen ihm weiterhin alles Gute.