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Intensivmedizin

Schwere Traumata oder weit fortgeschrittene Erkrankungen benötigen zuweilen eine medizinische Betreuung, die über das übliche Maß einer ambulanten oder stationären Behandlung hinaus gehen. Solche Patienten werden bei uns rund um die Uhr liebevoll betreut und tierärztlich überwacht, um bestmögliche Überlebenschancen zu ermöglichen.

  • Intensivpatientenbetreuung und Überwachung
  • Bluttransfusion
  • Sondenernährung

Bluttransfusion

Schwere Blutungen können primär durch innere und äußere Verletzungen entstehen aber auch sekundär durch Gerinnungsstörungen. Wenn die Infusion mit Elektrolylösungen oder Plasmaexpandern nicht mehr ausreichen um den Kreislauf stabil zu halten und lebensbedrohlich wenig rote Blutkörperchen (ohne ausreichend schnelle Regeneration durch das Knochenmark) zirkulieren, muss eine Bluttransfusion durchgeführt werden. Hierfür muss sichergestellt werden, dass sich Spender- und Empfängerblut vertragen und die Patienten müssen engmaschig auf evtl. Unverträglichkeiten während der Transfusion kontrolliert werden. Bei Katzen gestaltet sich die Suche nach einem verträglichen Spender häufig schwieriger und die Besitzer müssen selbst versuchen ein oder mehrere Spendertier zu organisieren. Trotz des erhöhten Risikos bei Katzenbluttransfusionen ist dies manchmal unumgänglich..

Intensivpatientenbetreuung und Überwachung

Wird ein Patient mit Kreislaufversagen, im Schock oder ohne Bewusstsein in die Praxis gebracht, muss schnell eine intensivmedizinische Behandlung begonnen werden. Neben der schnellen und gezielten Korrektur veränderter Laborparameter müssen umgehend alle lebenswichtigen Parameter wie Atmung, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur überwacht und korrigiert werden. Patienten im Status epilepticus oder Vergiftungen, die mit Krampfanfällen einhergehen, müssen sediert und ggf. intubiert und beatmet werden. Neben der manuellen Überwachung verwenden wir ein auch in der Humanmedizin übliches Narkosemonitoring inkl. Kapnographie ( Kohlendioxidmessung der Atemluft) und EKG.

Sonden-Ernährung

Besonders Katzen leiden im Zuge ihrer Grunderkrankungen oft an Appetitlosigkeit, was die Genesung verhindert und den Zustand maßgeblich, beispielsweise durch die nachfolgende Entstehung einer Leberstoffwechselstörung, verschlechtern kann. Wird eine kranke Katze gezwungen Futter aufzunehmen, reagiert sie häufig mit starkem Speicheln, ist gestresst und verschluckt sich, sodass eine erzwungene Futteraufnahme selten den erwünschten Zweck erfüllt und häufig nicht ausreichend ist.

Auch Patienten mit Schädel- oder Kieferbrüchen sollten die Möglichkeit erhalten, mit Nahrung versorgt zu werden. Falls nötig können unsere Patienten deshalb eine Ösophagussonde erhalten um eine adäquate und stressfreie Versorgung mit Flüssigkeit, Nährstoffen und auch Medikamenten zu gewährleisten. Dies verkürzt die Heilungsphase und auch den stationären Aufenthalt häufig maßgeblich und spart Kosten und Nerven.
Auch für Hunde besteht diese Möglichkeit der Sondenfütterung, wird aber seltener benötigt, da sich die meisten Hunde gut auf normalem Weg zufüttern lassen. Funktioniert dies nicht kann auch hier auf eine Nasen- oder Ösophagussonde zurück gegriffen werden.

 Weiterhin besteht die Möglichkeit unsere Patienten totalparenteral, dass heißt über die Vene zu ernähren. Dies kann bei schwerstkranken Patienten die Prognose und den Heilungsverlauf stark verbessern.